Ach ja…das wars dann wohl wieder mit meinen Träumen vom Stillen nach der Geburt und einem kuscheligeren Start ins Leben, als auf der Intensivstation.

Heute war der „normale“ Termin der Feindiagnostik. Das bedeutet, die Pränataldiagnostikerin hat sich den Rest des Kindes genau angesehen und vermessen. Das ist in der SSW 24 (Schwangerschaftswoche) eigentlich schon recht spät…aber es haben sich ja bisher alle nur aufs Herz konzentriert.

Heute also alles gemessen. Blutflüsse zur Plazenta, zum Kind, Kopfgröße, Länge von Armen, Beinen, die Gaumen…einfach mal alles. Ich wäre eigentlich ohne ein bestimmtes Gefühl in die Klinik gefahren. Aber mit der Grundeinstellung, dass wir alles was kommt, irgendwie schaffen und wir unseren Weg wohl machen.

Und dann sagt sie – wieder in ihrer direkten und emphatischen Art: Der Magen gefällt mir nicht, der ist zu voll. Und im Darm ist auch eine kleine Blase zu erkennen. Ich muss ihnen leider mitteilen, dass ich noch den Verdacht des Double Bubble Syndroms erkenne. Die passende Diagnose wäre – wenn sich der Verdacht bestätigt – eine Duodenalatresie. Ein Verschluss des Zwölffingerdarms, so dass nichts, was sich im Magen befindet, auf den Weg durch den Darm machen kann. Daher entstehen zwei Blasen mit Flüssigkeit (einmal Magen, einmal Darm), was diesem Syndrom den Namen gibt.

Ich muss sagen, im Nachhinein habe ich cool reagiert. Schocksituationen kann ich ja jetzt. Ich habe die notwenigen Fragen losgeschossen: Operabel? Wenn ja, dann wie und wann? Und dann war es das auch schon zu dem Thema. Ich lächele sie unter der Maske an und sage: „darauf kommt nun auch nicht mehr an!“.

 

Zu Hause nehme ich mir die Zeit für die Recherche und das Gespräch mit meinem Mann und es stellt sich bald heraus: Alle Strohhalme passé.

Eins von 7000 Kindern hat dieses Krankheitsbild bei Geburt, und es korreliert mit entweder einem Syndrom oder einem Herzfehler. Jackpot. Der Kleine muss später unbedingt Lotto spielen…erinnert mich ihm das zu sagen!

Dadurch, dass sich der Magen nicht in Richtung Darm entleeren kann, gibt es kurz nach der Geburt eine Sonde, damit der Magen sich leeren kann und das Kind wird Intravenös versorgt. Stillen wird nichts bringen, da die Milch den Verdauungstrakt nie erreicht. Eine OP steht dann in den ersten Lebenstagen an, die sich sehr pragmatisch anhört: der Darm vor und hinter dem Verschluss oder der Engstelle werden einfach aneinandergenäht. Wenn alles gut geht, sind Kinder die nur dieses Krankheitsbild haben, nach 10 Tagen zu Hause.

Also kein Stillen in den ersten Tagen. Und die Geburt muss nun doch wohl direkt in Aachen stattfinden, weil die OP so kurz nach der Geburt erfolgen muss. Und das war es dann mit den neu gewonnenen Strohhalmen. Wie gewonnen so zerronnen.

Wir atmen erst einmal weiter und sind gespannt, was der Termin in zwei Wochen mit den Spezialisten in Aachen sagt. Bis dahin, machts gut ihr Lieben!



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