Ja, war ich oft. Fast immer. Jetzt aber gar nicht. Quasi nach der jetzigen „Verlaufskontrolle“.

Ich sitze heulend im Wartezimmer in der Uniklinik in Aachen und warte auf die letzte Untersuchung, die Hebamme soll auch noch mal ihre Einschätzung abgeben. Aber eigentlich ist klar: sie würden mich am liebsten direkt dabehalten in der Klinik und engmaschiger Überwachen.

Ich hatte das immer im Hinterkopf, dass das passieren kann. Aber es zu hören war dann doch ein Schock. Zur Vorsicht hatte ich sogar Utensilien für eine Übernachtung mit. Aber gleich bis zur Geburt dableiben?

Ich bin jetzt in der SSW 35+4. Die Einleitung ist – stand jetzt – für die SSW 37 geplant. Also in 10 Tagen. Das Risiko, dass mit dem ganzen Fruchtwasser und dem Widerstand in der Nabelschnur dem kleinen zu viele Probleme entstehen, ist einfach sehr hoch.

Ich gehe lieber noch mal nach Hause…

Trotzdem gebe ich dem jungen Arzt einen Korb und gehe auf eigene Verantwortung nach Hause. Ich möchte die bald-große Schwester auf die jetzt noch längere Trennung vorbereiten. Und auch mich darauf, dass es nun bald losgeht. 🙈

Nach über 4 Monaten „an den Gedanken gewöhnen“ trifft mich die Realität doch härter, als ich dachte. Sogar ein bisschen vom Anfangs-Nebel ist wieder da! Dabei wähnte ich mich so gut vorbereitet!

Also: Gedanken sortieren und organisieren ist angesagt.

Darf mich die Tochter in der Klinik besuchen? Wie kann ich ihr die Zeit ohne Mama erklären? Wie kann ich MIR erklären, dass sie das packen wird? Und behält der Papa die Nerven? Schließlich muss er noch arbeiten und sich um die 3jährige Kümmern. Das zehrt an den Nerven, die wir eigentlich schonen wollten für die Zeit nach der Geburt!

Vorbereitungs-Endspurt

Wieder zu Hause heißt es, doch mal schnell den Stubenwagen und die Wiege fertig machen. Die fancy Milchpumpe (Akkubetrieben 🎉) kam auch pünktlich. Und die ganzen Fläschchen müsste man mal durchspülen. Lohnt sich sterilisieren schon? Nee…

Kleinkind in Stubenwagen
Kleinkind in Stubenwagen

Dann das Büro aufräumen, letzte Mails beantworten. Noch schnell ein Video schneiden für die Familienimpulse von Carina und Ralph, wo ich demnächst als Expertin vertreten bin. Wie aufregend! Und ich werde nicht viel davon mitbekommen 🙄.

Planen: was kann ich noch in der Klinik tun? Baby-Pausen-Posts muss ich dann wohl aus der Klinik heraus schreiben. Habe ich da genug Internet? Ich hoffe es…

Letzten offiziellen Termin wahrnehmen: Elternabend in der KiTa! Und dann noch 30 Seiten KiTa-Vertrag durcharbeiten.

Und dann HUCH! Der geplante Einleitungstermin liegt auf dem 3. Geburtstag der großen Schwester!? Also noch Geschenke bestellen und mit der Tagesmutter absprechen, dass wir erst im Juni Geburtstag feiern. Zum Glück kennt die Kleine den Kalender noch nicht. 🙈

Bei allem was ich im Endspurt gerade anpacken heißt es: mache das beste daraus! Mehr geht eh nicht. Und über Pläne lachen wir schon länger und nicht erst seit heute 😉.

Und immer wieder sentimentale Momente

Zwar hab ich einen dicken Bauch und ich wusste, irgendwann wird es das letzte Mal sein, dass wir zu dritt im Familienbett kuscheln. Zu dritt Frühstücken. Mama ungeteilte Aufmerksamkeit für das Mädchen hat. Aber mit so einer vorbestimmten „Galgenfrist“ ist das alles seeeeehr aufwühlend.

Ich bin eigentlich ein sehr gefasster und „trockener“ Mensch, aber ich habe an diesem Wochenende immer wieder Tränen in den Augen. Wie viel davon „Matrescence“ ist und die Hormone mich umwerfen weiß ich nicht.

Aber Angst um den Bauchbewohner schwingt gerade überhaupt nicht mit. Der wechselt in seinem Aquarium derzeit zwischen Box-Training und Fußball-Training hin und her und möchte mir anscheinend zeigen, dass alles gut wird. Auch einer der Gründe, warum ich dem jungen Arzt locker einen Korb geben konnte. Wir sind da anscheinend ein gutes Team im Zuversichtlich sein!

Abschiede

Montag haben wir den letzten Termin in dem „Krankenhaus der Superlative“ wie die „Welt“-Redaktion findet. Schon ein beeindruckendes Video, schaut mal rein!

Montag heißt es, Abschied nehmen von der Tochter, in der Hoffnung, dass wir uns irgendwie besuchen können. Dann Abschied nehmen vom Mann, in der Hoffnung, dass ich ihn im Kreißsaal treffe. Und Abschied nehmen vom Leben zu dritt in unserem schönen Haus mit Garten. Ich werde das alles waaaaahnsinnig vermissen in der Zeit in der Klinik.

Und wenn ich zurückkomme, bin ich Zweifach-Mama, Herzchen-Mama und anscheinend um viele viele Erfahrungen und Erlebnisse gewachsen.

Also ist das hier auch der letzte Beitrag von meinem Schreibtisch aus. Keine Sorge, der Rechner kommt mit in die Klinik! 😉



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