Da es um unser Herzkind geht, erspare ich euch einen ausführlichen Geburtsbericht. Aber ein paar Fakten sind vielleicht gut zu wissen, um ein paar Dinge besser nachvollziehen zu können!

Erst einmal das wichtigste: am 13.05. um 18:13 ist unser kleiner Kämpfer geboren worden! Er wurde direkt vom Kinderarzt in Empfang genommen.

Kurze Zeit später wurde der Papa dazu gerufen. Das Herzkind durfte direkt auf Papas Arm und kurz kuscheln! Dann haben wieder die Kinderärzte übernommen und den kleinen für den Transport auf die Kinderintensivstation vorbereitet, gut verpackt in ein warmes rollbares Bett.

In diesem Bett kam er dann zu uns geschoben und der Kinderarzt erklärt uns, dass der neue Erdenbürger seine Sauerstoffsättigung alleine bei 95% halten kann! Natürlich noch mit offenem Ductus. Der Kinderarzt muss mich für bescheuert halten, weil ich glaube ich 7 Mal frage „Selbstständig? Kein Sauerstoff!?“ aber ich kann es sehen…Das Herzkind hat keinen Sauerstoff dabei in seinem fahrbaren Raumschiff!

Wir verabschieden uns das allererste Mal von unserem Herzkind und er unternimmt seine erste Reise ohne Mama und Papa.

Ich kann gar nicht beschreiben, wie viele Steine uns bei der Nachricht vom Kinderarzt vom Herzen gefallen sind. Bei mir so viele, dass mein Kreislauf direkt schlapp gemacht hat. So lange hatten wir auf diesen Moment gehofft mund gebangt, weil natürlich niemand voraussagen kann, welche Auswirkungen so ein Herzfehler nach der Geburt haben wird. Und dann vom bestmöglichen Ausgang überrascht zu werden, das ist einfach überwältigend!

Während mich diverse Ärzte und die Hebamme versuchen wieder zu stabilisieren, schaut der Papa nach dem Herzkind auf der Intensivstation. Der Kleine hatte schon sein kuscheliges Wärmebettchen bezogen und die ersten Monitore und Elektroden waren bereits angeschlossen.

Herzkind im Intensivbett UK Aachen

Insgesamt hat der kleine Kämpfer anfangs nicht viel gebraucht! Das wichtigste für den Ausgleich des Darmfehlers war die Versorgung mit Glukose und Flüssigkeit und eine Sonde, die den Mageninhalt wieder hinaus befördert. Das wichtigste für den Ausgleich des Herzfehlers war ein Hormon, welches den Ductus, also den Blutkreislauf aufrecht erhält, den Babys noch im Mama-Bauch haben. Dieser „fetale Blutkreislauf“ ermöglicht dem Herzkind eine höhere Sauerstoffsättigung aufrecht zu erhalten. Minprog heißt dieses Hormon als Medikament. Allen Herzchen-Eltern wohlbekannt.

Ein Nebeneffekt dieses Hormons bzw. Medikaments ist, dass die Babys Atemaussetzer haben, also hat er noch eine „Nasenbrille“ bekommen, welche ihm im 4-Sekunden-Takt in die Nase pustet. Quasi als „Erinnerung“ zu atmen.

Und so liegt da unser neues Baby müde, satt, warm eingepackt und glücklicherweise total zufrieden in seinem Intensivbettchen. Keine Stunde alt. Und verbringt seine erste Nacht da oben ganz alleine auf der Kinderintensivstation. Gut versorgt von wirklich herzlichen Pflegerinnen und Pflegern! ♥️

Der frisch gebackene Doppel-Papa hat sich dann noch mal nach meinem Gesundheitszustand überzeugen wollen. Leider hatte sich herausgestellt, dass das nicht nur ein kleiner Kreislauf-Kollaps war, sondern dass mich das seltene HELLP Syndrom gepackt hatte.

Anstatt, dass ich also auch wie geplant irgendwann den Weg auf die Kinderintensiv schaffe, wurde ich direkt selbst auf die Intensivstation verfrachtet. Zu hoch war mein Blutdruck! Es sollte noch eine ganze Zeit dauern, bis ich endlich meinen Kleinen besuchen konnte.

Und so ist der Papa um halb 12 abends von der Klinik nach Hause gefahren, mit der Mama auf der einen Intensivstation und dem neuen Erdenbürger auf der anderen Intensivstation. 🙈

Weiter weg von „wir kuscheln zu viert im Familienbett“ ging es nun wirklich nicht mehr. 🙈

Mal sehen, wann wir alle Zeit finden, das alles zu verarbeiten…



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2 Comments

  1. Steffi 17. Mai 2022 at 6:46 - Reply

    ❤️🧡💛 alles Gute euch Vieren und eine schnelle Genesung für dich liebe Claudia! Wir drücken euch die Daumen, dass euer kleines Glück sich weiter so gut macht! 💛🧡❤️

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