Ich habe das Gefühl, dass jedes Mal wenn ich jemandem eine Erfolgsmeldung mitteile, es danach wieder einen Rückschlag gibt. Das ist vielleicht auch der Grund, warum mein Mann und ich uns nur noch ein „er ist stabil“ schreiben, wenn es eigentlich auch bergauf geht.

Danach berichten wir uns dann doch von leicht reduzierten Medikamenten oder besseren Herzfrequenzen. Wohlwissend, dass wir uns gar nicht anmaßen können, dass in irgendeiner Weise medizinisch interpretieren zu können.

Oft weiß ich nicht, was ich unserem engsten Familienkreis mitteilen kann und soll. Zwischenstände von „er kämpft gerade um sein Leben“ helfen ja niemandem weiter. Was nützt es denn, wenn niemand schlafen kann? Aber wenn ich keinen Zwischenstand schicke, kann auch niemand schlafen! Eine Zwickmühle und wir können es niemandem recht machen. Denn eigentlich wollen alle ja nur das eine hören: dass es ihm endlich besser geht und wir irgendwann mal die Chance haben, mit ihm nach Hause zu fahren!

Es gibt Episoden von mehreren Stunden in denen wir neben unserem Herzkind sitzen und selbst nicht wissen, was gerade Sache ist. Und selbst die Ärzte geben uns keine Prognosen ab. Und außer dem Status, dass wir stundenlang seine Hand gehalten oder den Kopf gestreichelt haben, gibt es eigentlich keinen Status. So gerne ich auch allen „da draußen“ gute Nachrichten wünschen würde. Und uns natürlich.

Der Status von heute Abend ist: Seit 24 Stunden hat es keinen Rückschlag mehr gegeben. Die Herzfrequenz ist entspannter geworden und er macht genug Pipi, dass er langsam von den ganzen Wassereinlagerungen weg kommt. Das ist die „Haben“ Seite.

Auf der „Soll“ Seite ist er seit einer Woche sediert, hat noch Drainagen, den Herzschrittmacher und die Dialyse als Unterstützung, zwei zentrale Zugänge über die zwei Perfusor-Bäume permanent Medikamente verabreichen und er ist natürlich beatmet.

Es ist schwer bei diesem Soll und Haben wirklich einen Aufwärtstrend zu sehen. Und wie immer: die Ärzte machen keine Aussage.



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