Tschö 2022, nu ist es gut!
12 von 12: EEG und Schädel-Sono am 9.1.2023

Was bedeutet, dass ich mir schon wieder mindestens seit einer Woche Gedanken mache. 🥴 Schlaf-EEG ist mein End-Gegner und die Schädel-Sonographie davor ist auch nicht lustig.

Nein, nicht wegen der Ergebnisse. Da kann ich ja nichts dran ändern, deswegen wären zu viele Sorgen verschwendete Energie. Aber der Ablauf der Untersuchung und die „Ansprüche“ die an mich und das Herzkind gestellt werden, sind so hoch!

Was den Tag der Untersuchung erschwert ist, dass ich bei der Schädel-Sonographie nicht mit einem frisch ausgeschlafenen Baby antanzen darf. Denn: danach steht das Schlaf-EEG an und bei dem muss das Herzkind schlafen! Deswegen kommen wir schon unausgeschlafen zur Schädel-Sonographie. Deswegen ist auch schon die Hinfahrt unentspannt. Und zur Anmeldung müssen wir auch erst noch, denn es ist Quartalsanfang und wir müssen unsere Überweisungen abgeben.

Im Grunde genommen sind Schweiß und Tränen schon Thema bei der Abfahrt! 🥴 Tränen beim Herzkind und deswegen Schweiß bei mir.

Schon Tage vorher: Mentale Vorbereitung

Mein Mantra beginne ich schon immer zu wiederholen, wenn ich den nächsten Kontrolltermin im Kalender entdecke.

In der zweiten Januarwoche geht’s wieder los mit den Terminen.

„Die Untersuchung sichert uns ab. Sollte sich Hirnwasser irgendwo stauen, könnte das böse Nebenwirkungen haben. Mit dem Ergebnis der Untersuchung haben wir wieder für einige Zeit Sicherheit. Die Untersuchung findest du Blöd, liebes Herzkind. Auf dem Rücken liegen, von fremden Händen fixiert und untersucht werden, das Summen des Ultraschalls im Kopf macht dir Angst. Gleichzeitig ist sie wichtig für dich, liebes Herzkind und ich versuche es dir so angenehm wie möglich zu machen! Ich halte dich, ich singe für dich, ich bin da.“

Auch wenn ich mir vorher meine eigene Haltung noch einmal bewusst mache, nein einübe, der Tag zieht dennoch Energie ohne Ende. Bei mir UND beim Kind.

Termin Schädel-Sonographie

Kurz nach der Geburt wurde beim Herzkind eine Schädel-Sonographie gemacht. Mit dem Ergebnis, dass die Ventrikel mit dem Hirnwasser nicht symmetrisch sind. Auf einer Seite ist mehr Hirnwasser als auf der anderen Seite. Die Sorge ist, dass das Hirnwasser nicht frei fließen kann und sich irgendwo staut. Deswegen sind regelmäßige Untersuchungen zur Verlaufskontrolle wichtig, um im Ernstfall frühzeitig eingreifen zu können.

Wir haben uns inzwischen „hochgearbeitet“ und sind nur noch alle 3 Monate bei der Kontrolle! Das bedeutet: weniger oft Schweiß und Tränen! Wir sind mit zweiwöchentlichen Terminen gestartet. Puh!

Vor der Untersuchung ist immer Warten angesagt. Einen Termin an einem Uniklinikum ohne Wartezeit habe ich bisher EIN Mal erlebt. Die Ärztin damals in Aachen war noch verwunderter als ich! 😂🙈

Wenn das Kind schon „schön durch“ ist, ich als Mama schon eine Furche in den Flur gelaufen habe und nach mindestens ein Mal Stillen, ist es „schon“ so weit. Uns wird ein Untersuchungszimmer zugewiesen.

Jetzt kommt der einzige Vorteil des Schädel-Sonos zum tragen: wir müssen nix ausziehen!

Ich lege das Herzkind erst dann auf die Liege, wenn der „Schaller“ schon das Gel auf dem Ultraschall-Kopf hat. Innerhalb von Sekunden ist es dann soweit: das Herzkind weint herzzerreißend. So ein „Milch schießt“ weinen. Es ist warm im Untersuchungszimmer. Ich bin spätestens dann schweißgebadet. 🥴

Und nun heißt es für uns beide, das Baby und mich: Durchhalten. Ich versuche mit Gesang, Hand halten und Finger in seinem Mund beruhigend auf ihn einzuwirken. Meist vergeblich.

Und dann kommen auch fast immer die tollen Fragen. „Nimmt er keinen Schnuller!?“ als könne sich ein so aufgebrachtes Baby nur mit einem Schnuller beruhigen. 🙈

Nach ca. 20 Bildern und ca. 10 Minuten ist es dann geschafft. Der Kleine darf dann schnell wieder auf meinen Arm. Puh!

Wir warten nur noch auf einen Oberarzt. Am UKD werden die Bilder im Verlauf nach dem 4-Augen-Prinzip gesichtet. Und ist alles unauffällig, können wir dann schnell gehen!

Etappe 1 ist geschafft!

Das Schlaf-EEG als Krönung des Tages

Ein EEG wird gemacht, weil das Herzkind als Schaki ein erhöhtes Epilepsie-Risiko hat. Dazu dürfen wir nach dem Schädel-Sono rüber in den Flur des SPZ. Wieder ist Warten angesagt. Und vor allem ist eines weiter wichtig: das Baby darf nicht schlafen.

Warum? Ja, weil wegen Schlaf-EEG!

Die meisten Babys schlafen gut in gewohnter Umgebung, neben oder auf Mama, beim Stillen ein, im Kinderwagen oder im Auto.

Die meisten Babys schlafen nicht ein, wenn sie mit 24 Elektroden am Kopf in einer Uniklinik auf einer Untersuchungsliege liegen, während eine MFA eine unbekannte Spieluhr aufzieht.

Und so habe ich nur eine Chance, dass das Herzkind auf Kommando schläft: es muss RICHTIG müde sein. Und am besten Satt.

Und nun heißt es beim Warten also auch, ein gutes Timing zu haben. Das Kind Satt-Schläfrig zu haben, OHNE einzuschlafen. Und das passend zum freien EEG-Gerät. Nun kennt ihr auch den Grund meiner schlaflosen Nächte.

Andere Mütter älterer Kinder wecken diese morgens um 4 oder 5, damit sie beim EEG Schlaf-müde sind.

Meiner Meinung nach ist ein EEG eine Mama-Folter-Tortour!

Während ich also mein Mantra zu meiner Haltung abspule, rede ich mir auch ein, dass mich das Herzkind bestimmt überrascht und einfach so einpennt. Wie übrigens beim letzten Mal. Mir völlig unerklärlich.

Also drücke ich mir weiter selbst die Daumen!

Abschlussgespräch im SPZ

Der EEG-Termin ist auch immer unser Termin im SPZ. Und da bin ich mal so wirklich gespannt, ob die Frau Dr. unser Herzkind wiedererkennen wird!

Das letzte Mal habe ich ein sehr verspannt schreiendes Kind vorgezeigt. Morgen dann ein zwar immernoch wenig entwickeltes, aber aktuell seeeehr zufriedenes Baby.

Meistens endet dieser stressige Schädel-Sono, Schlaf-EEG und SPZ Tag mit einem netten Gespräch bei dieser Frau Doktor. Nur neue Erkenntnisse wird uns das Gespräch wahrscheinlich nicht bringen 🥴🤷🏼‍♀️

Die Fragen, die mir im Kopf brennen, werden sie alle nicht beantworten können oder wollen. Es wären durchweg Zukunftsvorhersagen. Und ich kann verstehen, dass sie uns keine falschen Hoffnungen und Versprechungen machen wollen.

Und so mache ich weiter, bis ich endlich einschlafe: „Die Untersuchung sichert uns ab. Sollte sich Hirnwasser irgendwo stauen, könnte das böse Nebenwirkungen haben. Mit dem Ergebnis der Untersuchung haben wir wieder für einige Zeit Sicherheit. Die Untersuchung findest du Blöd, liebes Herzkind. Auf dem Rücken liegen, von fremden Händen fixiert und untersucht werden, das Summen des Ultraschalls im Kopf macht dir Angst. Gleichzeitig ist sie wichtig für dich, liebes Herzkind und ich versuche es dir so angenehm wie möglich zu machen! Ich halte dich, ich singe für dich, ich bin da.“

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